Für viele ist er ein Synonym für extreme Höhe und ungezähmte Natur: der Mount Everest. Wenn Sie sich fragen, welcher Berg der höchste der Welt ist, sind Sie hier genau richtig. Doch die Antwort ist spannender, als man zunächst vermuten mag, denn sie berührt nicht nur geografische Fakten, sondern auch die Art und Weise, wie wir messen und die Welt definieren. Tauchen wir ein in die Welt des höchsten Gipfels und entdecken wir seine Geheimnisse.
Mount Everest: Der höchste Berg der Welt und seine faszinierenden Geheimnisse
- Der Mount Everest ist mit 8.848,86 Metern der offiziell höchste Berg der Welt, gemessen über dem Meeresspiegel.
- Er liegt im Himalaya und markiert die Grenze zwischen Nepal und China, wo er auch als Sagarmatha oder Chomolungma bekannt ist.
- Obwohl der Everest der höchste Berg über dem Meeresspiegel ist, gibt es andere Berge, die nach alternativen Messmethoden (z.B. vom Meeresboden oder vom Erdmittelpunkt) als "größer" gelten.
- Die Erstbesteigung gelang 1953 Edmund Hillary und Tenzing Norgay, doch der Aufstieg birgt weiterhin extreme Gefahren.
- Der zunehmende Tourismus führt zu Umweltproblemen wie Müll und Gletscherschmelze, was den Schutz des Berges essenziell macht.
- Das Everest Base Camp Trekking bietet eine sichere Möglichkeit, die majestätische Präsenz des Berges zu erleben.

Der Mount Everest: Ein unbestreitbarer Gigant
Wenn wir von den höchsten Gipfeln der Erde sprechen, führt kein Weg am Mount Everest vorbei. Mit einer offiziell anerkannten Höhe von 8.848,86 Metern über dem Meeresspiegel thront er majestätisch über allen anderen. Diese exakte Höhe wurde im Jahr 2020 gemeinsam von Nepal und China bekannt gegeben und beendete eine langjährige Debatte, die durch unterschiedliche Messmethoden und geologische Veränderungen entstanden war. Es ist diese Zahl, die den Everest unangefochten an die Spitze der weltweiten Bergwelt setzt.
Der Mount Everest befindet sich im Mahalangur Himal, einem Teil des mächtigen Himalaya-Gebirges. Sein Gipfel bildet die natürliche Grenze zwischen dem Königreich Nepal im Süden und dem autonomen Gebiet Tibet in China im Norden. Diese geografische Lage macht ihn zu einem Symbol, das zwei Kulturen und Landschaften miteinander verbindet.Die Einheimischen kennen den Berg unter ehrwürdigen Namen, die seine spirituelle Bedeutung widerspiegeln. In Nepal wird er "Sagarmatha" genannt, was so viel wie "Stirn des Himmels" bedeutet. Auf tibetischer Seite ist er als "Chomolungma" bekannt, was "Muttergöttin der Erde" interpretiert wird. Der westliche Name "Everest" wurde ihm zu Ehren von Sir George Everest verliehen, einem britischen Geodäten und Generalinspekteur von Indien, der sich um die Vermessung des Himalaya verdient gemacht hatte.
- Lokale Namen:
- Sagarmatha (Nepal), Chomolungma (Tibet)
- Bedeutung der Namen:
- Stirn des Himmels, Muttergöttin der Erde
- Namensgeber (westlich):
- Sir George Everest

Ist der Everest wirklich der höchste Berg der Welt?
Diese Frage mag auf den ersten Blick provokativ erscheinen, doch sie beleuchtet die faszinierende Komplexität von Messungen und Definitionen. Während der Mount Everest unbestritten der höchste Gipfel über dem Meeresspiegel ist, gibt es andere Berge, die nach anderen Kriterien als "höher" gelten könnten. Ein prominentes Beispiel ist der Mauna Kea auf Hawaii. Misst man ihn von seinem Fuß auf dem Meeresboden bis zu seinem Gipfel, erreicht er eine beeindruckende Höhe von über 10.200 Metern. Das bedeutet, dass der größte Teil dieses Vulkans unter Wasser liegt, was ihn, vom absoluten Sockel an gemessen, zum höchsten Berg der Welt macht.
Ein weiteres interessantes Beispiel ist der Chimborazo in Ecuador. Aufgrund der Tatsache, dass sich die Erde am Äquator am stärksten ausbeult, ist der Gipfel des Chimborazo der Punkt auf der Erdoberfläche, der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt ist. Während er also nicht die größte Höhe über dem Meeresspiegel aufweist, ist er dem Weltall am nächsten eine faszinierende Perspektive, die die Erde als Kugel und nicht als perfekten Kreis betrachtet.
Diese unterschiedlichen Messmethoden vom Meeresspiegel, vom Meeresboden oder vom Erdmittelpunkt aus zeigen, dass die Antwort auf die Frage nach dem "höchsten" Berg stark von der gewählten Perspektive abhängt. Der Mount Everest bleibt jedoch der unangefochtene Spitzenreiter, wenn wir die klassische Definition der Höhe über dem Meeresspiegel anwenden, die in der Bergsteigerwelt am gebräuchlichsten ist.
Der Gipfel des Everest: Triumph und Tragödie
Der 29. Mai 1953 ist ein Datum, das in die Geschichte des Alpinismus einging. An diesem Tag erreichten der Neuseeländer Sir Edmund Hillary und der nepalesische Sherpa Tenzing Norgay als erste Menschen den Gipfel des Mount Everest über die Südroute von Nepal aus. Ihr Erfolg war das Ergebnis jahrelanger Bemühungen und ein Meilenstein für die menschliche Entdeckung und Ausdauer.
Heute ist die Besteigung des Mount Everest für viele ein Lebenstraum, der jedoch mit erheblichen Kosten verbunden ist. Eine kommerzielle Expedition kann schnell zwischen 30.000 und über 100.000 Euro pro Person kosten. Diese Summe setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen:
- Expeditionsanbieter: Die Wahl eines renommierten Anbieters mit erfahrenen Führern und guter Logistik ist entscheidend und beeinflusst den Preis maßgeblich.
- Sherpa-Unterstützung: Die Unterstützung durch erfahrene Sherpas, die oft als Hochträger und Führer fungieren, ist unerlässlich und ein signifikanter Kostenfaktor.
- Sauerstoff: Die Bereitstellung von ausreichend Flaschen mit zusätzlichem Sauerstoff für die kritischen Höhen über 8.000 Metern ist ein Muss und treibt die Kosten in die Höhe.
- Ausrüstung: Spezielle, hochalpine Kleidung und Ausrüstung sind notwendig, um den extremen Bedingungen standzuhalten.
- Genehmigungen: Die Besteigungsgenehmigungen, die von den nepalesischen oder chinesischen Behörden ausgestellt werden, sind ebenfalls kostenpflichtig.
Trotz verbesserter Ausrüstung und Vorhersagen bleibt der Aufstieg zum Gipfel des Everest eine extrem gefährliche Unternehmung. Insbesondere in der sogenannten "Todeszone", die in Höhen von über 8.000 Metern beginnt, sind Bergsteiger extremen Bedingungen ausgesetzt. Die Höhenkrankheit, plötzliche Wetterumschwünge, Lawinen und die Erschöpfung stellen ständige Bedrohungen dar. Die durchschnittliche Todesrate liegt bei etwa 1-2 % aller Gipfelversuche, was die Ernsthaftigkeit und den Respekt unterstreicht, den dieser Berg verlangt.
Die Schattenseiten des Ruhms: Tourismus und Umweltprobleme
Der Mount Everest ist nicht nur ein Ziel für extreme Alpinisten, sondern auch ein Magnet für Touristen. Dies hat leider zu einem Phänomen des Massentourismus geführt, das sich besonders in den Hauptbesteigungszeiten bemerkbar macht. An Engstellen, wie dem sogenannten "Hillary Step" (obwohl dieser durch einen Erdrutsch verändert wurde), können sich lange Schlangen von Bergsteigern bilden. Dies beeinträchtigt nicht nur das Erlebnis, sondern erhöht auch die Risiken durch längere Wartezeiten in der Kälte und die Gefahr von Kollisionen.
Ein weiteres drängendes Problem ist das, was man als das "höchste Müllproblem der Erde" bezeichnen könnte. Mit Tausenden von Bergsteigern, die jedes Jahr den Berg besuchen, hinterlassen sie zwangsläufig Spuren. Von Lebensmittelverpackungen über defekte Ausrüstung bis hin zu menschlichen Exkrementen die Müllansammlung am Everest ist alarmierend. Glücklicherweise gibt es mittlerweile verstärkte Initiativen zur Säuberung des Berges, bei denen Freiwillige und lokale Organisationen versuchen, den Müll zu beseitigen und das Bewusstsein für Umweltschutz zu schärfen.
Darüber hinaus hinterlässt auch der Klimawandel seine Spuren am Mount Everest. Die Gletscher, die einst stabile Eisfelder bildeten, schmelzen zunehmend. Dies macht die traditionellen Kletterrouten unsicherer, da sich das Eis lockert und die Gefahr von Steinschlägen und Lawinen steigt. Die Zukunft des Everest und seiner einzigartigen Eislandschaft ist somit untrennbar mit den globalen Anstrengungen zum Klimaschutz verbunden.

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Den Everest erleben, ohne den Gipfel zu besteigen
Nicht jeder hat die physische oder finanzielle Kapazität, den Gipfel des Mount Everest zu erklimmen. Doch das bedeutet nicht, dass man die majestätische Präsenz dieses Giganten nicht erleben kann. Der Everest Base Camp (EBC) Trek in Nepal ist eine der berühmtesten und beliebtesten Trekkingrouten der Welt. Diese mehrtägige Wanderung führt Sie durch atemberaubende Landschaften des Khumbu-Tals und bietet aus der Ferne, aber dennoch eindrucksvoll, Blicke auf den höchsten Berg der Welt. Die typische Dauer für diesen Trek beträgt etwa 12 bis 14 Tage, inklusive Akklimatisierungstagen.
Wenn Sie den EBC Trek nicht absolvieren können oder möchten, gibt es dennoch Möglichkeiten, den Everest aus der Nähe zu bestaunen. Bestimmte Aussichtspunkte in der Region, wie zum Beispiel der Kala Patthar (der oft im Rahmen des EBC Treks besucht wird), bieten spektakuläre Panoramablicke auf den Everest und seine Nachbargipfel. Auch von einigen der höher gelegenen Dörfer im Khumbu-Tal kann man bei klarem Wetter beeindruckende Ausblicke genießen.
Für diejenigen, die den Everest lieber bequem von zu Hause aus erkunden möchten, bieten sich virtuelle Erlebnisse an. Zahlreiche Online-Dokumentationen, packende 360-Grad-Videos und sogar interaktive virtuelle Touren ermöglichen es Ihnen, die gewaltigen Dimensionen und die Schönheit des Mount Everest zu entdecken. So können Sie den höchsten Berg der Welt hautnah erleben, ohne einen Schritt vor die Tür setzen zu müssen.
